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Donnerstag, 15. Januar 2015

Filmretrospektive 2014 - Die Tops & Flops des Jahres

Zu dem Zeitpunkt, da ich diese Zeilen schreibe, ist das neue Jahr 2015 bereits fünf Tage alt, ich sitze wieder im Zug auf dem Weg zur Arbeit und habe nach dem üblichen Familienprogramm über die Festtage wieder Zeit und Muße, mich der Filmwelt zuzuwenden. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr wäre ja, euch in diesem Blog nicht wieder so hängen zu lassen wie im Dezember. Keine einzige neue Besprechung, das ist ja schon regelrecht fahrlässig, darum gelobe ich Besserung. Doch zunächst ein Blick zurück.

Ich verkneife mir allgemeine Kommentare dazu, ob 2014 ein gutes oder ein schlechtes Jahr für den Film war. Auf einer ganz persönlichen Ebene war es gar nicht schlecht, weil ich versucht habe, die allermeisten Filme, von denen ich wusste, dass sie mir kaum etwas bringen würden, gar nicht erst anzusehen (sprich die Transformers und Teenage Mutant Ninja Turtles dieser Welt). So ergibt sich auf meiner Filmliste für das Jahresende auch ein krasses Übergewicht der gut bewerteten Filme gegenüber den Rohrkrepierern. Nun denn. Allerdings fehlen mir noch so dermaßen viele potenzielle Top-Anwärter bzw. Filme, die ich einfach sehr gern gesehen hätte (siehe Video), dass auch diese Einschätzung nur Fragment bleiben muss.

Für die Statistikfreunde unter euch: ich habe im Jahr 2014 213 Filme gesehen, davon waren 73 Rewatches, 42 entfielen auf Filme des aktuellen Jahres, sprich Werke, die im Laufe des Kalenderjahres in Deutschland auf welchem Weg auch immer veröffentlicht wurden. Bleiben also noch 98 Erstsichtungen, die aus anderen Jahren stammen. In punkto TV-Konsum habe ich 36 Serienstaffeln gesehen, aber dazu könnt ihr mehr hier lesen.
Da ich der überwältigenden Mehrheit der Erst- und Zweitsichtungen kein Unrecht tun möchte, hier eine kleine jeweilige Top 10 mit Empfehlungen jenseits des Jahres 2014.

Erstsichtungen 2014

02.) Kid-Thing
03.) Womb
04.) Blue Jasmine
06.) Room 237
07.) Only Lovers Left Alive
08.) Gold – Du kannst mehr, als du denkst


Rewatches 2014

04.) ParaNorman
09.) Bananas

Und da es das Eine nicht ohne das Andere gibt, auch noch ein paar Warnungen meinerseits, falls sich jemand mit dem Gedanken trägt, den ein oder anderen Film doch noch anzusehen:

Erstsichtungen 2014 – Flop 10

03.) Zoo
04.) Insidious
05.) Thor – The Dark Kingdom
06.) This Is The End
07.) Ender’s Game
08.) Evil Dead
09.) Alphabet
10.) Bait – Haie im Supermarkt

Rewatches 2014 – Flop 10

03.) Hollow Man
04.) Superstau
06.) C2 – Killerinsect

Und nun dazu, wozu wir eigentlich hier sind: meine ganz persönlicher Filmjahresrückblick 2014, wie im letzten Jahr nicht als schnöder Text, sondern in Videoform. Viel Spaß beim schauen, ärgern, freuen, etc. und auf ein medial ereignisreiches Jahr 2015.


Retrospektive 2014 - Die Tops & Flops des Jahres from Kuleschow-Effekt on Vimeo.

Dienstag, 1. Januar 2013

Nur eine weitere Jahres-Top-Liste

25 Filme aus einem Jahreszyklus zu sehen ist kein allzu guter Schnitt, um einen wirklich repräsentativen Überblick zu bekommen. Einige Filme spart man wissentlich ein (z.B. Battleship, The Dark Knight Rises, Der Hobbit), für andere fehlte schlicht die Zeit, auch wenn ihre Chancen auf ein lohnendes Filmerlebnis durchaus als hoch einzustufen wären (Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin, Die Wand, Liebe, Die Wohnung) und müssen nachgeholt werden. Darum sollte die beiden folgenden Listen auf keinen Fall anders als gnadenlos subjektiv eingestuft werden. Sie setzten sich aus 24 Filmen des Jahres 2012 zusammen, die ich gesehen habe. Wer einen ähnlichen Filmgeschmack wie ich hat, der mag daraus seine Schlüsse ziehen, alle anderen können den Kopf über so viel Blödsinn schütteln. Es ist ganz bei euch. Aber was wäre der Jahreswechsel ohne solche Listen?

Die 5 größten Enttäuschungen des Kinojahres

Es sei gleich gesagt: Wirklich richtig schlecht ist keiner dieser Filme, jeder birgt auch gute, mitunter sogar grandiose Momente, in sich. Als Ganzes betrachtet haben sie mich aber enttäuscht.

Platz 5) Extrem laut und unglaublich nah
Dies ist einer jener Filme, die etwas zu sehr auf den Oscar schielen als es ihnen gut tut. Solide Schauspieler, etwas krude Story, angereichert mit wirklich guten Einfällen und Figuren ist der Film als Ganzes etwas zu bemüht in einer Ernsthaftigkeit und seinem Verständnis von anspruchsvollem Kino. Durchaus sehenswert, aber letztlich zu manipulativ und von Hollywood durchkomponiert, um den großen gewünschten Effekt zu erzielen.

Platz 4) Ted
Vielleicht war es falsch, von Seth MacFarlane mehr zu erwarten als eine dümmliche Aneinanderreihung von Sex-, Ekel- und Popkulturwitzen, aber die Trailer ließen Ted durchaus lustig und in gewissen Maße innovativ aussehen. Die Prämisse bietet sehr viel interessantes Material, wirklich viel wird damit nicht gemacht. Mit Ausnahme des gelungenen Beginns ist Ted eher dumm als hip, mit furchtbaren Gags und gegen Ende erstaunlich mean spitited. Keine Empfehlung für diesen Teddy.

Platz 3) Der Lorax
Schreiend bunte, Augenkrebs verursachende Bilder, grauenhafte Songs, so gut wie keine guten Gags und da alles im Dienst einer guten Sache, die aber reichlich mit dem Holzhammer bearbeitet wurde. Der Lorax ist in meinen Augen der animierte Verlierer des Jahres.

Platz 2) Marvel's The Avengers
Normalerweise müsste man um diesen Film kein großes Getöße machen, denn seien wir ehrlich: sich endlos ausweitende Superhelden-Schlachten hatten wir inzwischen mehr als genug. Dumm nur, dass das Marketing für The Avengers uns die Mutter aller Schlachten versprochen hat, der Film in Endeffekt aber ein Sturm im Wasserglas war: Die Action war eher langeweilig, die erste halbe Stunde war eine filmische Katastrophe epischen Ausmaßes, die Charaktere eher nervig als heroisch. Zum Glück findet sich in der Top-Liste noch ein Beispiel, wie man auch einen guten Film mit Superhelden in Zeiten des Megablockbusters drehen kann...

Platz 1) Young Adult
Thank You For Smoking, Juno, Up In The Air - es schien, als könnte Regisseur Jason Reitman nichts falsch machen, im Gegenteil: seine Filme wurden besser und besser. Young Adult bricht diesen Trend mit einer so extremen Anti-Heldin, dass der Film seine beabsichtigten emotionalen Feedbacks verspielt (ein ähnliches Problem plagte auch The Social Network) und trotz einiger genialer Sequenzen (die Begegnung in der Buchhandlung etwa oder Mavis' sinnentleertes herumtippen auf Ihrem BlackBerry) ein indifferentes Gefühl zurückbleibt. Gar nicht tief in Young Adult sind die Zutaten zu einem hervorragenden Film verborgen. Reitmans Trüffelsinn lässt ihn hier dummerweise im Stich und dies ist wohl die größte Enttäuschung des Jahres.



Meine Top 6 des Kinojahres 2012
Auch hier gilt: Subjektivität in ihrer schönsten Form! Viel Spaß!

Platz 6) Ziemlich beste Freunde
Würde der Film nicht auf einer wahren Geschichte beruhen, man hätte ihn als unglaubwürdigen Sozialkitsch angetan. Aber nicht nur die Realität hilft ihm, auch seine weitestgehend auf manipulative Züge verzichtende Machart. Feel-Good-Movies müssen nicht automatisch anspruchslos und dumm sein. Ziemlich beste Freunde ist der Beweis dafür: Ein wirklich hervorragendes Feel-Good-Movie.

Platz 5) Shame
Ein Film ohne wirkliche Handlung, ohne Kartharsis, ohne Helden, eine traumwandlerische Reise in die Welt der nicht Substanz abhängigen Süchte. Michael Fassbenders Portrait eines Sexsüchtigen ist grandios, was er selbst mit kleinsten Gesten transportiert beeindruckend. Kein einfacher, kein erfreulicher Film, aber einer, der unter die Haut geht und dort bleibt.

Platz 4) Chronicle - Wozu bist du fähig?
Wenn The Avengers das Superheldengenre als Abrissbirne begreift, dann sieht es Chronicle als filigranes Werkzeug, um von Ängsten, Druck, Verantwortung und schöner neuer Medienwelt zu erzählen. Gleichzeitig eine Abhandlung über die sich minütlich vermehrende Flut von Medienbildern und eine Geschichte über Menschen mit Superhelden-Fähigkeiten, webt der Film auch noch teenage angst und Sozialkommentar ein und verquirlt das Ganze zu einem intensiven Ganzen. Chronicle ist ein Film, der nicht nur das Found Footage-Stilmittel á la Blair Witch Project intelligent einzusetzen weiß, sondern dem man auch massenhaft Zuschauer wünscht.

Platz 3) Prometheus - Dunkle Zeichen
Grandioser Science-Fiction-Film, die Erste. Ridley Scotts erster Teil der Alien-Prequels ist nicht nur intelligent und unterhaltsam, sondern auch ein sinnliches Fest. Hervorragende Effekte, sinnvoll eingesetztes 3D und gewohnt beeindruckendes Production Design. Scotts Universum mag nicht so froh wie das von Star Trek sein, aber dafür ist es auch gehaltvoller.

Platz 2) Looper
Grandioser Science-Fiction-Film, die Zweite. Endlich wurde das Zeitreisethema mal wieder ernsthaft und durchdacht behandelt und dann hält es sich auch noch so dezent im Hintergrund, dass sich die emotionalen Aspekte des starken Drehbuchs entfalten können. Looper ist intelligent, ernsthaft, durchdacht und auf jeder Ebene ein Meisterwerk für sich.

Platz 1) ParaNorman
Vielleicht ist es berufsbedingt, aber ParaNorman ist ein wirklich beeindruckender Film und mein Favorit 2012. Technisch absolut makellos, mit zum heulen schöner Animation und einer augenzwinkerndernden Story ist der Film zudem emotional glaubwürdig, mitreißend und schlicht so unterhaltsam, dass der Abspann viel, viel zu früh einsetzt. Man kann und möchte sich in dieser perfekten Welt verlieren, länger als die knapp 90 Minuten Spielzeit. ParaNorman ist ein Must-See nicht nur für Animationsfreunde, sondern für Fans der Kunstform Spielfilm allgemein. Eine in jeder Hinsicht beeindruckend gelungene Leistung.

Donnerstag, 22. März 2012

Brave in Japan

In einer globalisierten (Internet-)Welt ist es kein Problem, die Trailer anderer Länder zu begutachten. Und so schnekt und Japan (in Verbindung mit Upcoming Pixar) eine epischen Trailer für Brave, der die US- bzw. internationalen Versionen in den Schatten stellt. Man darf weiterhin gespannt sein.

Dienstag, 4. Januar 2011

2010 // Rückschau

Eigentlich müsste ich ja arbeiten ... aber das hier muss ich erstmal aus meinem Hirn kriegen, bevor es weitergehen kann.

Zu allererst: Frohes neues Jahr an alle Leser dieses Blogs (alle beide oder so)! Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Zeit und 2011 hat erstmal geruhsam angefangen (trotz neuer Schweinegrippenfälle -- das "Winterchaos" ist wohl als Meldung für BILD & Co. nicht mehr hip genug).
Wie das immer so ist, komme auch ich nicht um Top-Listen für das vergangene Jahr herum. Und da ihr das Kino und speziell die Trickfilme in selbigem wahrscheinlich genauso liebt wie ich, werde ich hier mal gnadenlos subjektiv und präsentiere euch meinen Countdown der Animationsfilme, die ich im vergangenen Jahr 2010 gesehen habe und die in diesem Jahr auch in die deutschen Kinos kamen. So ist Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen auch dabei, obwohl er eine 2009er-Produktion ist, hierzulande aber Ende Januar 2010 erst das Licht der Leinwand erblickte. Alles klar? Alles klar! Hier also zum Ersten alle Trickfilme, zu denen ich etwas sagen kann, in umgekehrter Reihenfolge (meine Top 1 steht folglich am Schluss).

11 // FÜR IMMER SHREK
Besser als Teil 3 dank einer neuen, durchaus sehenswerten Facette in Shreks Psyche, aber anonsten eher Gag-lahmer Abgesang für eine Serie, die hiermit ganz offiziell zwei Filme zu viel andauerte. Ganz okay, aber insgesamt meiner Meinung nach der schwächste Animationsfilm in diesem Jahr.

10 // DIE LEGENDE DER WÄCHTER
In Deutschland um satte drei Minuten gekürzt, ist dieses Fantasy-Action-Spektakel ein Fest für die Augen (abgesehen von den nervigen Slow-Motion-Aufnahmen). Das Studio ANIMAL LOGIC hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Inhaltlich eher vorhersehbar kann der Film seinem eigenen Trailer nicht das Wasser reichen. Dort hat mich die pure Schönheit der Bilder in Verbindung mit dem Song Kings and Queens von 30 Seconds to Mars zu Tränen gerührt. Der Film selbst schafft dies leider nicht. Trotzdem, eine Augenweide!

09 // RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT
Disneys 50. abendfüllender Trickfilm geht auf Nummer Sicher. Etwas zu sehr. Die Songs sind bis auf ein, zwei Ausnahme furchtbar (aber zum Glück bereits Sekunden nach ihrem Ende vergessen) und inhaltlich ist das ganze Unterfangen erstaunlich überraschungsarm. Dafür ist der "Look & Feel", der die Wärme handgezeichneter Animation auf Computerbilder übertragen sollte, durchaus gelungen und auch die Gags sind überzeugend. Als Film an sich sehenswert, als großes Projekt zum Jubiläum bleibt er hinter den Erwartungen zurück.

08 // DER FANTASTISCHE MR. FOX
Sperrig, spleenig und schlicht und ergreifend grotesk -- ein Trickfilm, an dem Erwachsene sehr viel mehr Freude haben werden als die Kinder, die ihn mitanschauen. Lief zurecht hauptsächlich in Arthaus-Kinos und zeigt, dass handgemachte Animation und Effekte (der Rauch aus Watte ist schlicht genial) jeder noch so tollen Computeranimation das Wasser reichen können. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack und manchmal vielleicht etwas zu abgedreht, aber nichtadestotrotz ein kleines Erlebnis.

07 // #9
Postapokalyptischer Actionfilm mit beseelten Stoffpuppen. Ähm, ja. Funktioniert aber erstaunlich gut, auch wenn auch hier der Trailer etwas besser als der fertige Film daher kam. Sehr viel Action, eher auch Archetypen bauende Charakterisierung. Dafür wagt der Film sehr viel und bewegt sich für einen westlichen Animationsfilm sehr weit von den manchmal ja schon als naturgegebenen angesehenen Konventionen des Trickfilms fort.

06 // WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN
Eine der ganz großen Überraschungen des Jahres, von dem es durchaus einige gab. Trotz des Titels und der seltsamen Prämisse ein ungemein witziger, flott animierter Film mit einem (in Deutschland leider nicht erhältlichem) Score, der in seiner monumentalen Ernsthaftigkeit erstaunlich gut zu dem hauptsächlich auf Spaß angelegten Bildern passt. Gebt dem Film eine Chance, er hat es wirklich verdient!

05 // ICH - EINFACH UNVERBESSERLICH
Ein Film mit dem Herz am rechten Fleck und ein erstaunlicher Hit. Allein in den USA hat er fast sein gesamtest Budget gleich am Startwochenende wieder eingespielt. Momentan steht er bei über 250 Millionen Dollar Einspielergebnis - nur in den Staaten. Also nicht nur ein inhaltlich und ästhetischer, sondern auch ein großartiger finanzieller Einstieg für Illumination Animation aus Frankreich auf die Bühne der weltweit agierenden Trickfilmstudios.

04 // MEGAMIND
Noch so eine Überraschung. Grandios witzig, wunderbarer Retro-Soundtrack, verbessertes Monsters Vs. Aliens-Design, eine sich zur Abwechslung mal natürlich anfühlende Lovestory und ein unterhaltsamer und sehr expressiver (Anti-)Held. Existenzialistische Elemente gibt es als Dreingabe. Megamind hat den dritten Platz nur um Haaresbreite verfehlt.

03 // DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT
Von der Intention episch, von der Animation grandios und vom Humor erfrischend, ist dies DreamWorks' zweiter guter Film in diesem Jahr (siehe Platz 4). Auch wenn der deutsche Titel gegen das Original (How to train your dragon) nicht ankommt, ist dies eine weitere Überraschung in dem an eben diesen nicht armen 2010.

02 // TOY STORY 3
PIXAR ist auch in der dritten Runde hervorragend. Ernst, wehmütig und schlichtweg herzzereißend ist dies nicht nur der erwachsenste Teil der Toy Story-Reihe, es ist auch ein perfektes Ende für die Serie. Dieses Fortsetzung existiert nicht aus Geldgier, sondern weil sie nötig war. Die Trilogie ist nun in sich geschlossen und außer PIXAR hat noch eine wirklich bahnbrechende Idee für Teil vier, sollte es auch bei diesen drei Teilen bleiben. Ach ja, und noch was: Michael "Bully" Herbig ist kein Ersatz für Peer Augustisnki.

01 // MARY & MAX ODER: SCHRUMPFEN SCHAFE, WENN ES REGNET?
Detailverliebtes Meisterwerk des Australiers Adam Elliot. Fundiert, vielschichtig, witzig, grotesk, traurig, lebensbejahend -- viel viel Plastilin doch zu leisten vermag. Ich bezweifle, dass er seine animierten Biographien auf ein noch höheres Level heben kann. Der Film ist inzwischen auf DVD erschienen -- schaut ihn euch an. Jetzt! Ihr werdet nicht enttäuscht sein.

So weit also meine Gedanken zu den Animationsfilmen in diesem Jahr. Hier, nur als Beweis, dass ich auch andere Dinge schaue, die von mir im Kino gesehene Realfilme mit einer kurzen Top 5 am Schluss.

Friendship! (witzig), Wenn Liebe so einfach wäre (sehr viel besser als der Titel vermuten lässt), Der Ghostwriter (super Kamera, wunderbar gesetzter Thriller der alten Schule), Männer, die auf Ziegen starren (durchwachsen, aber durchaus lustig), Kick-Ass (hervorragende Parodie/Hommage an Superhelden in Comics und Film), Iron Man 2 (enttäuschende Fortsetzung), Splice (trashiges B-Movie), The Social Network (gut, aber lässt etwas den emotionalen Kern vermissen), R.E.D. - Älter, härter, besser (unterhaltsames Popcornkino), The Kids Are All Right (ehrlich und sympathisch, im letzten Drittel etwas unausgehoren)

05 // SCOTT PILGRIM GEGEN DEN REST DER WELT
Witzig, sympathisch und ein Fest für Nerds und Geeks jeglicher Art.

04 // VERDAMMNIS/VERGEBUNG (stellvertretend für die gesamte Millenium-Trilogie)
Als Gesamterlebnis eine grundsolide Thriller-Reihe mit grandiosen Darstellern und kleineren Schönheitsfehlern. Die Director's Cut-DVD-Box kommt demnächst raus!

03 // AN EDUCATION
Die etwas andere Coming-Of-Age Story. Ehrlich und von tollen Darstellern getragen.

02 // INCEPTION
Nicht mal halb so kompliziert, wie alle behaupten (ein klein wenig Konzentration und Mitdenken ist angesagt -- hat YouTube euch das schon ausgetrieben?). Innovativ und involvierend, tolles Sounddesign und besser als Shutter Island. Was will man mehr?!

01 // UP IN THE AIR
Wie Menschen miteinander umgehen, wie unsere Gefühle uns (ver-)leiten und was wichtig ist im Leben, verpackt in einen großartig unaufgeregten Film. Zusammen mit Mary & Max mein Highlight 2010.

Dienstag, 6. Juli 2010

SHREK 4

Für immer Shrek, das (hoffentlich) letzte Kapitel der Reihe um den stinkigen Oger... was soll man dazu noch groß sagen? Die ganze Sache mit der Midlife-Crisis ist toll anzusehen, weil es der Figur Shrek noch ein paar neue Facetten hinzufügt. Emotional habe ich mich fast so gut wie beim ersten Teil angesprochen gefühlt. Der Rest ist eher buisness-as-usual mit erstaunlich wenigen Lachern und der langweiligsten Musikgestaltung der ganzen Reihe. Auch hier ist Teil eins noch ungeschlagen. Ingesamt etwas besser als Shrek der Dritte, aber meilenweit von den ersten zwei Teilen entfernt. Ach, und wenn ihr die Chance habt, zwischen der 3D und 2D-Version zu wählen (in Hannover hat man das z.B. nicht und darf mal eben 13,50 € berappen...), nehmt ruhig die günstigere Alternative. Das 3D-Gimmick bringt dem Film rein gar nichts. Hätte man wohl doch mal beim Team von Drachenzähmen leicht gemacht reinschauen sollen.