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Dienstag, 26. Januar 2016

Liebster Blog Award von "TaranKino"




Auch TaranKino findet augenscheinlich auf meinen Blogs Beiträge, die ihn interessieren und hat mich für den Liebster Blog Award nominiert. Danke dafür, Entschuldigung weil es so lange gedauert hat und eins vorweg: nominiert wird diesmal nicht. Ein Teil der Antwort auf das Warum findet sich in meiner Replik auf die erste Frage. Die Fragen von anderen Bloggern beantworte ich aber umso lieber, darum: Los geht’s!


Hast du Lieblingsblogs, auf denen du dich immer wieder gerne herumtreibst?

Aber klar, wer hat die denn nicht? Ist ja ähnlich, wie man den Twitterfeed von manchen Leuten intensiver verfolgt als andere oder sie nach längerer Abwesenheit explizit nachliest. Problematisch: nicht jeder, der mit klugen Gedanken auffällt, hat einen Blog. Also wären es sogar noch mehr, die ich verfolgen würde, wenn sie sich jemals dazu entscheiden sollten, ihre Gedankengänge aufzuschreiben.


Hast du was mit Games am Hut?

Kurz gesagt: Nein, nichts.
Ich muss zugeben, dass ich Videospiele aller Art so langweilig finde, dass ich mich nie dazu durchringen konnte, etwas länger als maximal einen Nachmittag zu spielen. Ich hatte nie eine eigene Spielekonsole und einmal im Jahr eine Runde Street Fighter oder Super Mario Kart haben bisher immer gereicht (inzwischen dürfte es auch länger als ein Jahr her sein, dass ich irgendein Videospiel auch nur angesehen habe). Einzig mit der Wii habe ich mich wohl etwas länger aufgehalten, aber auch das ist inzwischen nicht mehr der Rede wert. Dementsprechend ist dies ein Bereich der Popkultur, der sich mir persönlich verschließt.


Fernsehen, ein langsam veraltetes Modell oder bist du manchmal doch ganz froh, wenn die Flimmerkiste nach Feierabend läuft?

Den Fernseher als Gerät braucht man ja auch, um DVDs zu schauen und ohne das Programm der deutschsprachigen TV-Sender wäre ich arbeitslos, also … Außerdem, was würde ich denn ohne das Spielfilmangebot der Dritten und arte machen? Was dort manchmal ins Programm gehievt wird, ist echt erstaunlich und gar nicht veraltet.


Kannst du dich mit Digital Copys anfreunden, oder brauchst du weiterhin ein haptisches Medium?

Ich denke, ich gehöre zu denen, die ein haptisches Medium einer „nur“ digital vorliegenden Kopie immer noch vorziehen. Erstens mag ich es, an einer physischen Sammlung entlangzuschlendern (Ordner durchscrollen ist einfach so … meh), zweitens habe ich so einen besseren Überblick und drittens ist es einfach schön. Was ist denn wohl toller als ein vollgestopftes Regal, bei dessen Betrachtung man viel über den dazugehörigen Menschen erfahren kann? Mit Digital Copies ist das nicht zu erreichen, zumal ich auch so schon genug digitalen Überschuss besitze.


Hast du einen “besonderen” Sammelwahn?

Na ja, besonders ist der Bücher-Sammelwahn wohl nicht, darunter „leiden“ ja noch viele andere Menschen. Ich kann nur schwerlich an Buchhandlungen vorbei gehen (und bin enttäuscht, wenn es nur den üblichen Bestseller-Mist „zu entdecken“ gibt) und meine diversen Amazon-Wunschlisten sind nach Genres, Sachgebieten etc. geordnet und mit mancher Obskurität bzw. Seltenheit gefüllt, die irgendwann, vornehmlich als Schnäppchen, ihren Weg in meine Regale finden wird. Dementsprechend ist der Buch-Sammelwahn vielleicht nicht besonders, wohl aber ausufernd und mit noch mehr Liebe betrieben als der Aufbau einer DVD-Bibliothek. Diese Sammlung atmet sehr viel mehr, denn immer wieder stelle ich Filme auf die Probe und öfters heißt es dann für ein Highlight meines 15-jährigen Ichs, dass es Platz für ein Highlight meines 31-jährigen Ichs weichen muss.


Erinnerst du dich an den ersten prägenden Moment mit Film und Kino?

Habe ich darüber nicht schon mehrfach geschrieben? Bestimmt. Aber gute Geschichten kann man ja ruhig mehrfach erzählen – auch wenn sie nur für einen persönlich gut sind.
Mein erster Film im Kino war Duck Tales – Der Film: Jäger der verlorenen Lampe im inzwischen geschlossenen Cinemaxx in der Nikolaistraße in Hannover (ich glaube, es war Kino 5, kann aber auch Nummer 4 oder 6 gewesen sein) im Alter von sechs Jahren. Ich kannte die Institution Kino vorher gar nicht, wohl aber die TV-Serie Duck Tales, die ich dank VHS-Aufnahmen rauf und runter gesehen hatte. Und dann meine Helden auf der großen Leinwand zu sehen (in meiner Erinnerung öffnet sich der Vorhang und der Film startet sofort, ohne Vorfilm und Werbung, aber das ist bestimmt eine rückblickende Illusion) war natürlich eine unglaubliche Erfahrung, die sich regelrecht festgebrannt hat.
Andere prägende Momente wären Oz – Eine fantastische Welt in der Disneyfilmparade bei RTL, durch den ich meine Angstlust entdeckte, Auf der Suche nach dem goldenen Kind, bei dem ich mir einen Milchzahn aus dem Kiefer gewackelt habe, Wer die Nachtigall stört, der mich völlig unvorbereitet überrumpelt hat und Der Schatzplanet, den ich achtmal im Kino gesehen habe, weil er 2002/2003 zu genau der richtigen Zeit in mein Leben trat. Denn, und damit erzähle ich bestimmt nichts Neues, erste prägende Momente in punkto Film reißen nie ab.


Method Acting: Super Sache oder doch zu viel des Guten?

Ich habe mich damit noch nicht ausführlich beschäftigt, aber durch das, was ich bisher davon mitbekommen habe, finde ich es wohl eher etwas … albern. Also zu viel des Guten.


Du darfst 5 Werke vorstellen, die die Faszination deines Lieblingsmediums erklären sollen; was wählst du?

Über diese Frage habe ich sehr, sehr lange nachgedacht und werde es weiter tun, denn ich konnte es beim besten Willen nicht exakt destillieren. Bei Filmen würde ich vielleicht Alien, Night on Earth, Die Schöne und das Biest (Cocteau- und Disneyversion als Doppelspitze), Der dunkle Kristall und Oslo, 31. August wählen, aber könnte man einen Skeptiker damit überzeugen? Schwierig, schwierig.


Welchen Film hast du in deinem Leben bisher am häufigsten gesehen und kannst vielleicht jede Zeile mitsprechen?

Eine konkrete Zahl habe ich nur für den bereits erwähnten Der Schatzplanet: acht Kinobesuche. Hinzu kommen diverse Male auf DVD, also stehen die Chancen gut, dass ich diesen höchst unterschätzten Disneyfilm am häufigsten gesehen habe. Andere heiße Anwärter wären Falsches Spiel mit Roger Rabbit (den ich, soweit ich mich erinnere, einmal an einem einzigen Tag dreimal gesehen habe) und Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (immer wieder phantastisch, spannend und jedes Mal entdeckt man ein neues Detail).


Was sind die peinlichsten “Guilty Pleasure” Filme in deiner Sammlung?

Da ich ja alle Filme in meiner Sammlung begründen kann, habe ich also keine peinlichen Filme.
Na ja, vielleicht doch, ich gebe es zu. Hai-Alarm am Müggelsee ist womöglich in den Augen mancher etwas fragwürdig, ich finde ihn aber sehr witzig. Das gleiche gilt für Leslie Nielsen ist sehr verdächtig, der sicher nicht zu den besten Spoof-Movies gehört, aber bei mir allein wegen der Sequenz mit dem kurzgeschlossenen Auto Lachkrämpfe auslösen kann. Dann gibt es da noch durchgeknallten Edeltrash wie Tank Girl und Sam Hell ist Der Jäger und spezielle Genrefilme wie Invasion vom Mars. Ob einem das alles aber wirklich peinlich sein muss, weiß ich gar nicht, es ist immerhin nichts eines Kalibers von Pudelnackt in Oberbayern oder Wo der Wildbach durchs Höschen rauscht dabei.


Wie stehst du zur Technisierung der Kindheit, vor allem im Vergleich zu deiner eigenen?

Im Zoo ist mir unter den Besuchern mal ein vielleicht achtjähriges Mädchen aufgefallen, dass anstatt Interesse an den Tieren zu zeigen lieber auf seinem Smartphone herumdaddelte. Als es dann mit anderen Kindern ans Balancieren auf Steinen ging, ist sie prompt heruntergefallen, weil auf einem Bein stehen und das Gleichgewicht halten augenscheinlich eine zu schwere Aufgabe war. Kann man daraus nun einen Kausalzusammenhang zwischen Handy und diesem Ereignis ziehen? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Fakt ist, dass ich ganz froh bin, dass in meiner Kindheit das Internet und Mobiltelefone noch nicht so eine große Rolle gespielt haben wie heute. Aber ist das gerecht? Dafür habe ich Computerspiele gespielt und viel ferngesehen, was vorangegangenen Generationen bestimmt mitunter auch hätte sauer aufstoßen können. Technisierung ist das, was man daraus macht, wie damit umgegangen wird und ob andere, elementare Dinge dabei auf der Strecke bleiben oder nicht. Ich denke, es ist schwieriger geworden mit dem Überangebot, aber Menschen wachsen ja auch mit ihren Aufgaben. Und irgendwer soll mir im Alter ja auch das Holodeck einstellen können, wenn das wieder nicht rund läuft. Etwas weniger wäre wohl manchmal gut (wenn ich höre, dass Jugendliche pro Tag hunderte WhatsApp-Nachrichten bekommen und für mich dreißig an einem Tag schon astronomisch viele sind …), aber ich vertraue darauf, dass die cleveren Mitglieder einer jeden Generation schon Strategien entwickeln werden, damit umzugehen.

Dienstag, 15. September 2015

Liebster Blog-Award von "Der Filmtipp"




Michael von Der Filmtipp hat mich für den Liebster Blog-Award nominiert. Vielen Dank dafür und ja, dies ist tatsächlich meine erste Teilnahme an dieser Aktion. Ich bin schon ganz wuschig. Nun gut, hier die Fragen und meine ganz persönlichen Antworten:


Kannst du in Gedanken versinken? Wenn ja, wann zuletzt und worüber hast du nachgedacht?

Wer kann das denn nicht, wenn mir diese Gegenfrage erlaubt sei?! Natürlich ja. Das letzte Mal richtig intensiv und tief versunken war ich im Urlaub, in einer Ferienhütte mit Blick auf einen Fjord. Sinniert habe ich darüber, wie gut es mir und allen die ich kenne doch geht, was für einen Respekt man vor Menschen haben muss, die in ein anderes Land kommen, die Sprache und die Gepflogenheiten lernen und oftmals bei annähernd null starten müssen – und was für ignorante Barbaren diejenigen sind, die diese Menschen auch noch angreifen.

Welcher Charaktertyp in Filmen zieht besonders deine Aufmerksamkeit auf sich?

Der Außenseiter, der Geek, der nicht-menschliche Charakter, die witzige Nebenfigur, die mehr zu bieten hat als nur schale Scherze. Generell aber wohl jede Figur, die auf irgendeine Art und Weise meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, auch wenn ich nicht immer mit dem Finger darauf zeigen kann, woran es letztendlich liegt. Denn ein gut geschriebener Jock kann dann interessanter sein als ein 08/15-Nerd.

Wenn du dein Leben verfilmen dürftest: wer bekäme die Hauptrolle? Wie würde der Film heißen und wovon würde er handeln?

Wurde die Frage nicht schon einmal auf Twitter gestellt? Wie auch immer, an meiner Antwort hat sich nichts geändert: Dane DeHaan dürfte mich spielen. Die äußeren Ähnlichkeiten sind, nun ja, eher marginal, aber seine Darbietung in Chronicle hat mich so beeindruckt und mich zumindest in Grundzügen an mich selbst erinnert (ich hoffe, wenn ich von einem pulsierenden Stein Superkräfte bekomme, setze ich sie etwas besser ein), dass er einfach sein muss. Zumal er ja sein Talent auch sonst immer wieder unter Beweis stellt. Ich glaube, Journey wäre ein netter Titel und natürlich würde der Film von teenage angst, starken Freundschaften (und dem partiellen Verlust selbiger), Sehnsucht und dem ganzen restlichen Mist handeln, durch den man sich im Leben so schlagen muss. Ja, es wäre ein Coming-of-Age-Film, keine Frage, aber einer, der über die Pubertät und Twen-Jahre hinaus gehen würde und der vor allem eine Botschaft hätte: egal, wie unglaublich furchtbar dir manches erscheinen mag, wie sehr du verzweifelst an … allem: es wird gut. Wirklich. Kurz, es wäre ein Film wie es ihn schon tausendfach gibt. Aber genau wie Geschichten tausendfach immer wieder von unterschiedlichen Menschen durchgemacht werden müssen, können sie auch ebenso häufig medial erzählt werden. Coming soon to a theatre near you!

In welcher Situation hattest du zuletzt das Gefühl Hilfe zu benötigen? Hast du sie erhalten?

Ganz konkret: als ich an einem der letzten heißen Tage nach Hause kam, fast von der Treppe gefallen war und das Gefühl hatte, an Hitze einzugehen – da hatte ich schon die Ahnung, dass Hilfe jetzt ganz gut wäre. Ich hab sie durch meine Frau erhalten: in Form eines kalten Getränkes und einer kalten Dusche. <3 p="">

Musik und Film – gehört das für dich zusammen oder können beide auch gut ohneeinander?

Einer meiner Profs an der FH hätte jetzt bestimmt gesagt, dass Film generell gut ohne Musik kann, weil sie ja eh immer nur überwältigen will. Ich sehe das nicht so (zumal Musik oftmals einfach die Kraft hat, beeindruckende Bilder noch gewaltiger zu machen – es gibt ehrliche Überwältigung und manipulative), für mich gehört eine perfekte Symbiose zwischen den Beiden zu den schönsten Dingen, die man im Kino erleben kann. Der Film braucht die Musik zwar mehr als andersherum (gute Filmmusik kann auch allein stehen und ganz neue Assoziationen jenseits der Bilder wecken, für die sie geschrieben wurde), und es gibt auch interessante Beispiele für den bewussten, meistens teilweisen Verzicht auf Musik (Lorenzos Öl oder auch einige Szenen aus Brautalarm, von Die Vögel ganz zu schweigen), aber generell sind die Beiden schon eine willkommene Einheit. Schön wäre es, wenn man sich generell mehr Gedanken über die Wirkung der beiden Kunstformen in der Kombination machen würde und z. B. Horrorfilme nicht penetrant mit musikalischen Stingern zupflastern würde.

Bist du schon mal an Orten gewesen, die auf dich eine besondere Wirkung hatten?

Ständig. In letzter Zeit ist das Haus meiner besten Freunde so ein Ort, ein Ort an dem ein neugeborenes Baby lebt strotz einfach vor Liebe und einer ganz besonderen Atmosphäre. Ansonsten kann ja prinzipiell jeder Ort in der richtigen Situation eine besondere Wirkung haben, oder? Ferner könnte ich noch die Insel Runde in Norwegen nennen, die sich ob ihrer Möglichkeiten (Beobachtung von Papageientauchern) zu einem meiner Sehnsuchtsorte entwickelt hat oder auch die Lofoten/Vesteralen, auf denen die Mittsommernachtsonne die Landschaft in ein unglaubliches, schwer zu beschreibendes Licht taucht. Die Besonderheit von Orten ist schlicht situationsabhängig.

Du hast die Wahl: eine Zusammenarbeit mit deinem Idol/einem großen Künstler, oder drei Wochen bezahlten Urlaub in einem Land deiner Wahl. Natürlich mit Begründung, bitte.

Ich nehme den Urlaub, Dankeschön. Warum?, wird jetzt bestimmt der Aufschrei durch die Reihen gehen. Nun, zum einen gibt es keinen Menschen, den ich so idealisiere, dass ich unbedingt ein Projekt mit ihm/ihr durchführen möchte. Zum anderen hätte ich auch schlicht Angst davor, dass mir Illusionen genommen werden, wenn sich die Zusammenarbeit als so zäh, nichtssagend und/oder anstrengend herausstellt, dass man sich danach nicht mehr in die Augen schauen kann. Was, wenn Helge Schneider gar nicht so eine coole Socke ist, wie ich ihn mir vorstelle? Nein, das lass ich mir lieber drei Wochen im hohen Norden finanzieren. Wird für den Sponsor teuer genug.

Das Gefühl von völliger Zufriedenheit – kennst du das?

Klar. Und ich werde ganz traurig, wenn ich mir vorstelle, dass es Menschen gibt, die es nicht kennen.

Du hast 5 Sekunden – gibt es ein modisches Outfit aus einem Film, dass dir sofort ins Gedächtnis schießt? Wenn ja, welches und warum?

Der Virus Thrax aus Osmosis Jones. Weil auch klamottentechnisch damals für mich ein King of Cool. Und ja, das war eine ziemlich seltsame Antwort. Sei es drum.

Perfektion. Was sind deine ersten Gedanken, wenn du dieses Wort hörst?

Nicht erreichbar und auch nicht erstrebenswert. Perfektion widerspricht der menschlichen Natur, denke ich, und liegt zudem im Auge des Betrachters. So kann der Film, der für mich perfekt ist, von meiner Frau bereits als großer Mist angesehen werden. Perfektion ist eine Illusion, die, wenn man zum Beispiel an medial verbreitete body images denkt, auch nicht immer gesund daher kommt. Entspannung ist da ein schöneres Leitbild, finde ich.



So, dass waren meine Antworten.
Und hier die Nominierten, von denen ich mir eine Beantwortung meiner Fragen erhoffe:

Die stets wunderbar eloquente Lena von Lenas Filmblog.

Annika von Die Filme, die ich rief, wenn sie es irgendwie schafft, so eine Blogparade noch zwischen die Hochzeitsvorbereitungen dazwischen zu quetschen.

Gorana aus der ERGOthek, wenn sie neben Sohn und lesen noch Zeit findet.

Björn von YZORDDERREXXIII, dem spendabelsten Blogger, den ich kenne.

Marco von Z wie Klugscheisser, dem mir verzeihen möge, dass es in den Fragen nicht ausschließlich um Comics geht.

Arne von Jackers2Cents. Weil er Filme liebt. Und aus Hannover kommt. Yay!

Lucas, der Kinomensch. Denn er mag ja zuviel reden (laut Twitter-Profil), aber das ist ja gerade das Gute!

Niels von taranKino, in der Hoffnung, dass er uns auch auf Twitter wieder beehrt.



Meine Fragen:

Aliens begegnen uns ja ständig in allen möglichen Medien. Doch wie sieht es für dich in der Realität aus? Glaubst du an die Existenz von außerirdischem Leben irgendwo im All oder hältst du die Erde für einen (für uns) glücklichen Zufall?

Empfindest du TV-Serie wirklich, wie immer mal wieder postuliert wird, als „Medium der Zukunft“, dass dem Kino den Rang ablaufen wird (oder es schon getan hat)? Oder ist das alles zu sehr gehypt?

Ganz ehrlich: Verfolgst du manche Blogs nur, damit du über die dort veröffentlichten Meinungen den Kopf schütteln kannst?

Manche Leute lehnen schwarz/weiß-Filme kategorisch ab. Findest du diese Haltung albern oder kannst du sie, zumindest auf irgendeiner Ebene, nachvollziehen?

„Mann benutzt lebenden Igel als Fußball.“ Wie sehr regen dich solche Meldungen auf bzw. lassen sie dich an dem Zustand der Menschheit verzweifeln (alternativ kann auch jede andere Meldung eingesetzt/gedacht werden)?

Was sind deine Strategien, um nach einem stressigen Tag wieder einen Ausgleich zu finden?

Auf welches Medium/Kunstform könntest du persönlich am ehesten verzichten (ohne es selbstredend ganz abschaffen zu wollen, da ja jeder sein Faible haben darf)? Bücher, TV, Radio, Videospiele oder etwas ganz anderes?

Blogger, besonders die Film- und/oder Buchaffinen, berichten ja immer wieder von Platzproblemen. Kennst du das oder hast du deine Sammelwut im Griff bzw. einen Weg gefunden, alles unterzubringen?

Wo wir gerade bei Sammelwut sind: hast du als Kind Zeitschriften gesammelt? Wenn ja, welche und vor allem: tust du es heute noch?

Twitter interessiert es, den Deutschen im Klischee sowieso, andere nehmen es einfach hin: das Wetter. Welche Jahreszeit entspricht deiner Vorstellung von einem „super Wetter“ am ehesten und warum?




Die Regeln, wenn du nominiert wurdest und mitmachst:

Danke dem Blogger, der Dich nominiert hat.
Verlinke den Blogger, der Dich nominiert hat.
Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in Deinen Post ein.
Beantworte die Dir gestellten Fragen.
Erstelle 10 neue Fragen für die Blogger, die Du nominierst.
Nominiere Blogs, die weniger als 300 Follower (halte ich persönlich für eine optionale Angabe) haben.
Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass Du sie nominiert hast.

 

Samstag, 19. Juli 2014

30 Jahre Paranoyer




Da gab es ein besseres Unterhaltungsprogramm als heute auf vielen TV-Sendern.

Ich werde heute 30 Jahre alt.

Bedeutet das irgendetwas? Werde ich ein anderer Mensch, wie es mir immer wieder suggeriert wird, nur weil ich rechnerisch heute um 11:28 Uhr seit drei Jahrzehnten auf der Erde bin? Ich bin verheiratet, also komme ich um den seltsamen Brauch des Rathaustreppe fegens herum, was ich persönlich sehr begrüße. Doch was soll diese Aktion und all die süffisanten Kommentare, dass man ja nun dreißig werde? Was soll an dieser Tatsache allein bemerkenswert sein? Der letzte Geburtstag, den ich herbeisehnte, war mein zwölfter, weil ich dann endlich Jurassic Park gucken durfte. Schon mein 18. Geburtstag, auch so ein „verheißungsvolles“ Datum, hat mich kalt gelassen. So wird es damals wie heute kein rauschendes Fest geben und ich werde es auch nicht vermissen. Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt für Dinge, die selbstverständlich sind und altern gehört für mich dazu.
Dennoch, so ganz entziehen kann ich mich meines 30. Geburtstags dann auch nicht, sonst würde ich ja auch nicht diese Zeilen schreiben. Womöglich erklärt es sich so: mit 30 hat man sich die Legitimation erworben, zum ersten Mal ernstzunehmend zurückzuschauen. Noch nicht in einem wehmütigen Sinne, wohl aber in dem Bewusstsein, dass eine Retrospektive mit 30 mehr Sinn macht als mit 18 oder 20.

Ich würde also 1984 geboren. Soziologisch gehöre ich damit zu den sogenannten „Millenials“, weil wir um die Jahrtausendwende im Teenageralter waren. Nun gut. Generation Y gefällt mir da schon allein wegen der (englischen) Aussprache mehr. 1984 war zumindest für Guido Knopp kein aufregendes Jahr, denn in seiner TV-Reihe 100 Jahre – Der Countdown von 1999 wird es einfach ausgespart (dafür ist 1986 dank der Challenger-Katastrophe und Tschernobyl gleich zweimal vertreten). Ein kurzer Blick in den Wikipedia-Artikel zeigt natürlich, dass die Welt auch 1984 bewegt wurde, aber darum geht es nicht. Es geht auch nicht darum, dass das Privatfernsehen 1984 in Deutschland gestartet wurde oder dass ich mein Geburtsjahr mit Marc Zuckerberg. Scarlett Johannson oder Helene Fischer teile (letzteres ist mir besonders peinlich). Oder darum, dass in Los Angeles die olympischen Sommerspiele stattfanden und mein Vater sich völlig unerklärlicherweise besonders gut mit den Ergebnissen aus diesem Jahr auskennt (dank der Zeitverschiebung lief Olympia in Deutschland zu sonst nachtschlafenden Zeiten)… Nein, es geht vielmehr um ein paar Gedanken anlässlich des Tages, um ganz persönliche Einordnungen. Möge es lesen, wer etwas auf die Meinung eines 30jährigen gibt.

Nochmal Soziologie: Ich bin augenscheinlich auch ein „Digital Native“, weil ich schon von frühster Kindheit mit Computern vertraut bin und den Siegeszug von E-Mail, Instant Messengern und den Mobiltelefonen miterlebt habe. Das ist ja schön und gut, aber ich fühle mich nicht wirklich als „Digital Native“, zumindest nicht in dem (eher negativ konnotierten) Sinn, wie der Begriff oft verwendet wird. Klar, ich hab schon als 6jähriger am PC gespielt und später mit Freunden Super Mario Cart-Turniere veranstaltet, kann mich in den meisten Benutzeroberflächen schnell zurechtfinden und muss beim Klicken durchs Internet nicht lange überlegen, wie ich an eine gewünschte Information komme, aber ich besitze erst seit kurzer Zeit von Smartphone, stelle nicht jeden Gedanken auf Twitter (das, was ihr da seht ist durchaus überlegt) und mein Facebookprofil quillt auch nicht über von Urlaubsbildern oder Selfies (am besten noch mit „duckface“…*ächz*). Ich finde es unhöflich, mit jemanden zu reden und dabei noch die Stöpsel des MP3-Players in den Ohren zu haben oder ständig auf das Handy zu starren. Ich bin auch noch nirgends dagegen gelaufen, weil ich auf ein Display anstatt in meine Umwelt geschaut habe. Und die momentane Offlinephase verursacht mir auch keine Magenkrämpfe.

Dies ist ein Medienblog, zumindest im weitesten Sinne. Was man wohl sagen kann, ist, dass die Generation Y sehr viel mehr multimedial vermittelte Inhalte zu ihren Erinnerungen zählt als die Generationen zuvor. Über die Disney-Serien der frühen Neunziger besteht Konsens – jeder kann die Theme Songs mitsingen. Mir geht es da nicht anders. Dennoch war es „damals“ eine doch bemerkenswert andere Welt. Ich habe noch Hörspiele und Musik von LPs gehört und hatte verhältnismäßig lange einen Plattenspieler im Zimmer. Heute noch steht ein Videorekorder in unserer Wohnung und TV-Aufzeichnungen aus DM-Zeiten warten darauf, doch noch endlich gesichtet zu werden. Überhaupt Deutsche Mark – 3,50 DM hat eine Ausgabe des Dinosaurier!-Magazins gekostet. Ganz schön viel, wenn man für 2,60 DM (später auch stolze 3 DM) oder so auch noch das Micky Maus Magazin Woche für Woche haben wollte. Mein Taschengeld wurde dann später einfach von 30 DM/Monat in 30 €/Monat umgewandelt, die Währungsumstellung hat mir also nur Glück gebracht.


Eine Auswahl von Literatur meiner Kindheit und Jugend.

Ich habe noch Musikkassetten bespielt, also Mixtapes erstellt, oder einfach den Ton meiner Lieblingsfilme mit einem klobigen Recorder direkt vom Röhren-TV aufgenommen, um dann eine Art unkommentiertes Hörspiel zu haben. Der Beginn einer TV-Sendung, wie sie in der Programmzeitschrift angekündigt war, war Gesetz und das deutsche Fernsehen hatte meiner Erfahrung nach noch mehr Mut zum Plündern der Filmarchive – ich habe beispielsweise sehr viele durchaus sehenswerte B-Science-fiction-Filme dank der Filmwochenenden von Kabel 1 oder dem NDR gesehen. Heute habe ich das Gefühl, dass Fernsehen will den Zuschauer nicht mehr überraschen. Aber ich bin ja auch in meiner Generation ein Alien, weil ich schwarz/weiß-Filme anschaue, kein Problem mit Stummfilmen habe und ich vielen Neuerungen, gerade im Bereich des Kinos, kritisch gegenüberstehe. Ich bin immer noch unschlüssig, ob die Computeranimation wirklich eine so über alle Einwände erhabene Technik ist. Bei 3D bin ich mir sicher, dass es kaum einen Mehrwert bringt.

Ich mag das stur nach vorne preschen nicht. Von meiner Anlage her schaue ich auch gern zurück und es ist mir bewusst, dass ich ein gewisses Problem mit Veränderungen habe. Darum kann ich nicht nachvollziehen, wie manche meiner Altersgenossen das Neue beständig umarmen und das Alte im Gegenzug immer mehr verdrängen. Ich mag Orte, an denen es kein WiFi gibt, ich mag Bücher und den Geruch von Papier, auch altem (die oben abgebildeten Groschenromane riechen besonders nach Kindheit), ich schaue im Zug auch einfach mal eine Stunde aus dem Fenster, ohne etwas im Ohr oder in der Hand zu haben. Ich schätze selbstredend all die Möglichkeiten, die man nun hat und die 1984 noch nicht abzusehen waren, mein Job wäre ohne sie gar nicht denkbar. Aber ich denke, Technik wird für mich beispielsweise immer mehr mit dem Raumschiff aus Alien verknüpft sein als mit der gelackten Apple-Welt. Ich mag meine klobige Stereoanlage und ich werde meine Bibliothek nicht einem E-Book-Reader vorziehen, ebenso wenig einer Cloud mehr vertrauen als meinen CDs und DVDs.


...und eine Auswahl meiner frühen "Fachliteratur". :-)

 Heute werde ich 30. Bald werde ich einen neuen Job antreten, den ersten in diesem Ausmaß in meinem Leben. Damit bin ich wohl auch als 1984er spät dran, aber was soll’s? Dies ist nur eine der Neuerungen, die mich auf dem vor mir liegenden Weg erwarten und mit Sicherheit all die Märchen von der „3-0 als Ende des Lebens“ Lügen strafen werden. 30 zu werden ist sicherlich ein Datum zum innehalten, aber kaum eins zum verzweifeln oder resignieren. Ich bin froh, eine noch halbwegs analoge Welt miterlebt zu haben und bin gespannt, wohin der Weg mich in dieser gänzlich digitalen Gesellschaft noch führt. Denn auch wenn viele Erlebniswelten digitalisieren, der Mensch bleibt Mensch. Und mit 30 bin ich einer, mit dem ich trotz diverser Auf und Abs durchaus leben kann.