Mittwoch, 5. März 2014

31 Tage - 31 Filme: Tag 5



Tag 5 - Welcher Film erinnert dich an jemanden?

Hier könnte ich einige Filme aufzählen. Manche erinnern mich an bestimmte Situationen, manche an Lebensabschnitte, manche natürlich auch an konkrete Menschen, wobei ich froh bin, dass ich Film und Mensch trennen kann. Sonst könnte ich mir ja ein paar wirklich gute Werke nicht mehr ansehen, wenn ich jedes Mal an das unrühmliche Ende einer Beziehung oder ähnliches denken müsste.

Ein Film, der mir aber sehr am Herzen liegt, weil er mich an meine Frau erinnert und an eine besondere Zeit in unserem Leben, ist Ratatouille. 



Der PIXAR-Film kam ins Kino, als meine Frau ihre Tage und Nächte im Krankenhaus zubringen musste und dementsprechend nicht in der Lage war, ins Kino zu gehen. Sie meinet zwar, ich solle den Film doch allein oder mit Freunden ansehen, nicht, dass er schon wieder aus dem Programm genommen, wenn sie wieder auf dem Damm wäre. Ich hab gewartet und knapp einen Monat nach dem Start konnten wir Ratatouille gemeinsam im Kino sehen. Ein Glück, dass PIXAR-Filme generell länger im Programm sind als die meisten anderen Filme…


Dienstag, 4. März 2014

31 Tage - 31 Filme: Tag 4



Tag 4 – Welchen Film könntest du kein zweites Mal sehen?

Diese Frage muss ich in zwei Teile auseinander nehmen. Zum einen in Filme, die ich wirklich gesehen habe, zum anderen in Filme, über die ich mehr Informationen erhalte habe, als mir im Nachhinein lieb sind.

Zum ersteren und der Intention hinter der Frage: Ich habe keinen. Es gibt Filme, denen ich mich kein weiteres Mal aussetzen möchte, weil ich sie so furchtbar finde (siehe Tag 3). Ich würde es aber tun, wenn man mich aus was für Gründen auch immer darum bittet … und mir gutes Geld dafür anbietet. Ich habe bisher keinen Film gesehen, der mich so verstört hat, dass eine weitere Sichtung unmöglich wird, aber es gibt einen Kandidaten, bei dem sich meine Kehle zuschnürt, auch wenn ich ihn bisher erst einmal gesehen habe – vor vielleicht zehn oder zwölf Jahren: The War Zone.


Ich werde The War Zone eines Tages wieder anschauen, dessen bin ich mir sicher. Er wird womöglich sogar auf meiner Top 100 auftauchen. Aber ich weiß auch, dass es ein schwieriges Unterfangen wird. Die Geschichte über Inzest und interfamiliäre Gewalt hat sich szenenweise in mein Gedächtnis gebrannt, ich höre Dialogfetzen noch heute, wenn ich mir zurückerinnere – wie gesagt, es ist mindestens eine Dekade her, dass ich Tim Roths Film gesehen habe. The War Zone ist eine emotionale Tour-de-Force und ich werde mich dieser eines Tages wieder aussetzen. Wann, ist fraglich. Aber diesem Dämon werde ich mich stellen.

Zu zweitem: es gibt genügend Filme, die ich nicht gesehen habe, die ich aber gern aus meinem Gedächtnis löschen würde. Die Verfügbarkeit von Informationen im Internet führt ja manchmal dazu, dass man Dummheiten begeht und am Ende mit weitaus mehr Infos dasteht, als man dann haben möchte. Und sei es auch nur, weil man den Wikipedia-Artikel gelesen hat. So würde ich gern die Einzelheiten, die ich über Cannibal Holocaust (im deutschen unter dem lieblichen Titel Nackt und zerfleischt bekannt), The Human Centipede und A Serbian Film in mein Hirn geladen habe, wieder entfernen. Doch ich kann es nicht. Ebenso wenig wie ich mir diese Filme jemals ansehen werden kann. Mögen mich doch selbsternannte „harte Hunde“ als Waschlappen beschimpfen, aber mein Interesse an Found-Footage-Filmen oder fragwürdigen, verschwurbelt-politischen Rechtfertigungen für Abartigkeiten geht nicht so weit, dass ich mich diesen Erfahrungen aussetzen möchte. Im besten Fall wären die Filme nicht so monströs, wie ihre Reputation vermuten lassen würde. Doch im schlechtesten Fall hätte ich mich mit konkreten Bildern belastet, die ich schon im Vornherein nicht in meinen Kopf hätte lassen wollen. Wenn ich beispielsweise A Serbian Film sehen würde, wäre er sicher kein Kandidat für eine Zweitsichtung. Aber in diesem Fall verzichte ich auch dankend auf eine Erstsichtung. Nicht einmal der Cinema Snob konnte Cannibal Holocaust oder A Serbian Film eine witzige Seite abgewinnen und das will etwas heißen!


Montag, 3. März 2014

31 Tage - 31 Filme: Tag 3



Tag 3 – Nenne deinen Hassfilm.

Es ist mir durchaus möglich, Hass für einen Film zu empfinden. Dass kann vielerlei Gründe haben, von ästhetischen bis inhaltlichen. Dabei gibt es durchaus Abstufungen. Mein Hass auf die immer gleichen Kniffe von romantic comedys ist nicht so arg wie auf die offensichtliche Verdummung von deutschen Kinderfilmen á la Teufelskicker. Und die Abziehbildchen von Superheldenfilmen stören mich nicht so wie die monströse Verblödungsmaschinerie eines Transformers II – Die Rache. Aber der Film, den ich wirklich, wirklich verachte ist 300.


 Als Zack Snyders Film angekündigt war, wurde ich wie jeder andere auch ein Opfer des Hypes. Die Trailer habe ich mir immer wieder angesehen, ich war wirklich gespannt auf den Film, habe ich Vorfeld auch so gut wie nichts darüber gelesen, keine Kritiken, keine Kommentare und begab mich in freudiger Erwartung ins Kino. Als ich danach wieder zuhause war, schrieb ich eine 0,5-Sterne-Kritik für meine damalige Seite. Heute kann ich mich nicht einmal mehr dazu durchringen, dem Film diesen halben Stern noch zu gönnen. 300 fiel in die Zeit meines zunehmenden politischen Bewusstseins und was ich dort als Unterhaltung angeboten bekam, spottete jeder Beschreibung. Ich kam mir furchtbar vor, gleichzeitig wütend und verzweifelt, als hätte ich gerade einem Treffen einer rechtsextremen Vereinigung beigewohnt. Es ist mir klar, dass die Intention der Macher nicht die gewesen ist, einen politischen Film zu drehen, sondern „nur“ martialische Unterhaltung abzuliefern, aber ich kann und will die Furchtbarkeiten, die 300 offeriert, nicht zu Gunsten dessen ignorieren. In der aufgeheizten Phase der Post-9/11-Ära einen solchen plumpen Film zu inszenieren zeugt von einer schier unglaublichen Naivität seitens der Verantwortlichen. Die Figuren alles abschlachten lassen, was nicht ihrem (arischen) Ideal entspricht und dies auch noch als Unterhaltung zu klassifizieren und jedwede Einwände stumpf mit der Aussage „Es ist doch nur ein Film“ abzukanzeln, ist eine Dreistigkeit, die mich nur den Kopf schütteln lässt.

Ich hab mich bereits auf diversen anderen Kanälen über 300 echauffiert, darum will es an dieser Stelle damit belassen, zu sagen, dass dieses Machwerk wirklich der furchtbarste Film ist, den ich bis heute gesehen habe. Und für alle, die nun einwenden, es gäbe doch noch schlechtere Werke wie Cannibal Holocaust oder ähnliches, deren moralische Verwerflichkeit noch eine Stufe über einem stumpfen Film wie 300 steht … wartet meinen morgigen Beitrag ab.


Sonntag, 2. März 2014

31 Tage - 31 Filme: Tag 2



Tag 2 – Nenne deinen Lieblingsfilm.

Das ist etwas gemein, arbeite ich doch nun seit etwa 10 Jahren an einer persönlichen Top 100, die, bei diesem Arbeitstempo, irgendwann veröffentlicht wird wenn ich 80 Jahre alt bin, und dieser Film stand bisher die ganze Zeit auf Platz 1. Gemein ist es also darum, weil diese Frage somit einen gewissen Spoiler-Charakter hat. Aber nun gut, mit den riesigen Löchern in meinem Filmkatalog, die noch zu stopfen sind, bevor ich mit gutem Gewissen mit einer solchen Liste vor die Öffentlichkeit treten kann, ist es im Bereich des Möglichen, dass sich auch mein langjähriger Lieblingsfilm noch ändert.

Bei einem Zulieferer von RogerEbert.com las ich einmal die Erkenntnis, dass sich Menschen recht früh für einen Lieblingsfilm entscheiden und dies meistens irreversibel ist. Der Lieblingsfilm des Autors war Der weiße Hai und genauso wenig wie ich das nachvollziehen kann (sorry, aber Der weiße Hai ist not my cup of tea) wird mancher wohl meinen Lieblingsfilm nachvollziehen können: Jim Hensons Der dunkle Kristall.



Ich mochte diesen Film bereits, bevor ich ihn gesehen habe. Angefixt durch ein paar Ausschnitte in dem TV-Special Die Muppets feiern Jim Henson, die wohlwollenden Erinnerungen meines Onkels an den Film und einen Bericht in der März-Ausgabe der cinema des Jahres 1983 (wie gut das es Verwandte gibt, die sowas aufheben), hatte ich stets ein offenes Auge, ob der Film irgendwo, bevorzugt in Fernsehen, auftauchen würde. Ich kann das Jahr nicht mehr rekapitulieren, aber ich weiß, dass arte ihn dann irgendwann tatsächlich zur besten Sendezeit an einem 23.12. ins Programm nahm. Der Videorekorder wurde doppelt und dreifach gecheckt und schlussendlich bewacht, dass er den Film auch ja aufzeichnete. Er tat es. Zum Glück. Denn Der dunkle Kristall verlangte nach multiplen Sichtungen.

Ich war bereits vorher ein großer Muppets-Fan, die Welt, die Jim Henson und seine Crew schufen, in der Puppen und Menschen interagierten, übte eine ungemeine Anziehungskraft auf mich aus. Ich bewunderte die technische Umsetzung und lange Jahre war es mir ein absolutes Rätsel, wie Kermit in Muppet Movie Fahrrad fahren konnte. Oder wie Fozzie ein Auto lenken konnte. Nun gut. Zudem waren die Geschichten witzig, rasant und je weniger Menschen in einem Film vorkamen, desto besser. Die Muppets befriedigten meine Sucht nach sympathischen Nicht-Menschlichen-Akteuren bestens. Der dunkle Kristall ist somit der ultimative Henson-Film, kommt doch hier, im Gegensatz zu den sonstigen Muppets-Filmen, kein einziger Mensch vor, noch kann man die Protagonisten mit Kermit, Miss Piggy und Co. vergleichen. Der dunkle Kristall ist eine recht düstere Fantasy-Geschichte, deren Story zwar kaum mehr als eine simple Gut-gegen-Böse-Narrative erzählt, dies aber mit einer Spielfreude und einer Virtuosität tut, dass man sich kaum entziehen kann. Der Film ist wie ein abenteuerlicher Traum, in dem immer neue Gestalten auftauchen und in dem sich die Regeln, nach denen die Welt funktioniert, erst langsam erschließen.

Wenn es jemals einen Film gab, der für mich den Eskapismus des Kinos auf den Punkt brachte, dann ist es Der dunkle Kristall. Ich habe Filme mit ausgefeilterer Geschichte gesehen, mit gebrocheneren Figuren und mehr dramaturgischen Finessen, aber Jim Henson magnum opus wird für mich immer DER Film sein, der am besten die Fähigkeiten des Kinos illustriert, den Zuschauer in einen andere Welt zu entführen. Bis vielleicht irgendwann ein Film des Weges kommt, der Der dunkle Kristall vom Thron stoßen könnte, wird es für mich wohl noch oft heißen: „Eine andere Welt. Eine andere Zeit. Im Zeitalter voller Wunder.“


Samstag, 1. März 2014

31 Tage - 31 Filme: Tag 1


Tag 1 – Welchen Film hast du als Letztes gesehen?
        

Otto – Der Film. Ja, was soll ich sagen, vorher habe ich die Semidokumentation Zoo gesehen und ich brauchte etwas vollkommen Harmloses als Pendant. Außerdem habe ich da so eine Idee, die Otto-Filme betreffend…aber davon später im Jahr mehr.
Ich muss ja sagen, dass der Film es streckenweise doch geschafft hat, mir noch ein paar Schmunzler und Lacher abzunötigen. Meine Erwartung ging eher in die Richtung, dass der Film mich nie mehr so gut unterhalten könnte wie als Kind. In gewisser Weise stimmt das auch, aber man sollte von Otto Waalkes nun auch keinen Witz á la Loriot erwarten. Und so gefielen mir die Heino-Parodie und einzelne andere Gags immer noch. Der große Hit wie damals ist der Film sicherlich nicht, man merkt schon, dass die episodenhafte Struktur einem jüngeren Publikum wahrscheinlich mehr zusagt (Otto – Der Film ist ein bisschen in seinem Konstrukt wie Die Sesamstraße – viele kleine, auch einzeln zu konsumierende Vignetten), aber für das, was er ist, kann ich dem Film nicht wirklich böse sein. Womöglich spricht da auch nur die Nostalgie aus mir, wer weiß. Wie der Film wohl bei einem heutigen, jungen Publikum ankommt?
Ich hab auch gerade gesehen, dass der Film exakt an meinem ersten Geburtstag ins Kino kam. Was soll mir das nun bloß sagen?