Montag, 28. April 2014

Blogparade: 10 Guilty Pleasure-Filme


Wir hatten die Filme, die wir auf eine einsame Insel mitnehmen wollten. Wir hatten die Filme, die wir am liebsten im Meer vor besagter Insel versenken würden. Nun ist es an der Zeit, sich um die Filme in der Mitte zu kümmern, jene Werke, von denen wir wissen, dass sie nicht wirklich gut sind, die uns aber auf eine schräge Art und Weise dennoch zusagen – Guilty Pleasures halt.

Darum lade ich alle geneigten Blogger und Seitenbetreiber ein, darüber nachzugrübeln, welche Werke, die nach handwerklichen, inhaltlichen oder rezeptionsgeschichtlichen Maßstäben eigentlich keine „guten Filme“ sind, für einen persönlich dennoch funktionieren, sei es, weil sie trotz aller dargestellten Blödheit zum Lachen animieren, weil sie auf trashige Art Spaß bringen oder auch, weil man mit ihnen etwas verbindet.

Die Regeln sind die üblichen: Erstellt eure Liste mit euren 10 Guilty-Pleasure-Filmen (ob mit oder ohne Erläuterung überlasse ich euch), postet den Link hier in den Kommentaren und verlinkt auf diesen Originalartikel. Zeit habt ihr bis zum 12. Mai 2014 (ich bin da mal großzügig, weil mein Blog noch nicht so bekannt ist), danach werte ich die Ergebnisse aus. Mal sehen, ob wir uns auf einige Filme festlegen können.

Und nun, ohne weitere Vorreden, meine 10 Filme in alphabetischer Reihenfolge, die zu mögen mir ein bisschen peinlich ist. Aber nur ein bisschen.


Wurde Whitley Strieber nun von Außerirdischen entführt oder nicht? Er selbst scheint sich da auch nicht ganz sicher zu sein, ebenso wenig wie die Verfilmung seines „Tatsachenberichtes“. Und wer spielt Strieber hier? Natürlich Christopher Walken. Und da Walken nun mal Walken ist, spielt er jede Szene so ernsthaft, so voller Elan, dass es eine wahre Freude ist. Mir konnte die Atmosphäre des Films wohliges Gruseln verschaffen und die Erklärung für die teils sehr miesen Effekte eröffnet gar einen interessanten Diskussionsraum. Ein guter Film ist Die Besucher beileibe nicht, wohl aber einer, der mir im Gedächtnis geblieben ist.

Eigentlich hat die Planet der Affen-Saga ihre Lorbeeren schon mit dem zweiten Teil eingebüßt, aber der dritte Teil wirft so hemdsärmelig jegliche Logik über Bord, dass es schon wieder ein Vergnügen ist. Nach Sinn darf man nicht suchen, wohl aber nach größtenteils freundlich gesinnter Unterhaltung mit einem erstaunlich gut funktionierendem culture clash.

Es scheint nicht wenige Menschen zu geben, die bei diesem Film nur eins denken: „Häh?“ Und sich dann wahrscheinlich darüber mokieren, dass für so etwas Filmförderungsgeld ausgegeben wurde. Ich aber kann mir nicht helfen, ich habe teils herzlich gelacht. Der Film ist so unglaublich sinnlos, so angefüllt mit schrägen Begebenheiten und Figuren – ich muss ihn einfach lieben. Wenn ein Berliner in der Eröffnungsszene die Hand abgebissen bekommt und nur „Watt’n ditt?“ sagt … herrlich.

Ja, ja, ich weiß, der Film ist strunzdoof. Ist mir schon klar. Aber er war der erste FSK-ab-12-Film, den ich im Kino gesehen habe – im Rahmen einer Geburtstagsfeier eines Freundes. Wir hatten eine großartige Zeit, auch weil Brent Spiner als Wissenschaftler exakt so aussah wie unser damaliger Klassenlehrer. Blöd ist Independence Day unbestreitbar, aber das erste Erleben eines Blockbusters lässt sich so schwer von den positiven Emotionen abkoppeln.

Der schönste Kommentar, den ich jemals zu den Helge-Schneider-Filmen gelesen habe, lautete wie folgt: „Jenseits von jedem“. Das trifft es wohl ganz gut, denn mitunter kann er ja seine eigenen Filme nicht ertragen, warum sollte es also das Publikum? Ja, die Schneider-Filme sind anstrengend, mitunter kaum auszuhalten in ihrer Verweigerungshaltung gegenüber der „normalen“ Filmsprache, aber gerade darin liegt auch ihre Stärke. Jazzclub gefällt mir sogar ausnehmend gut, auch wenn Helge-typisch nicht viel passiert. Doch seine Gehversuche als Zeitungsausträger (was ich zu jener Zeit selbst getan habe), Fischverkäufer und Jazzvirtuose sind auf ganz eigene, ganz eigenartige Weise unterhaltsam. Jazzclub schwebt melancholisch dahin und diese spleenige Sinnlosigkeit ist – zumindest für mich – sehr gut zu ertragen.

Selbstredend ist das Original besser, eleganter, diskussionswürdiger. Und natürlich bin ich schwer in die Animationen von Willis O’Brien verliebt. Aber Peter Jacksons Remake hat auch etwas für sich und zwar das kindliche Gefühl, einen Film mit Spielzeig nachzuspielen. Denn genau das ist King Kong anno 2005: Jackson spielt den Film, den er als Kind liebte und der ihn nachhaltig geprägt hat, mit den Mitteln des modernen Kinos nach – so wie ein Achtjähriger selbiges mit Playmobil-Figuren tun würde. Alles ist noch gigantischer, noch bedrohlicher, noch ausgefeilter. Das mag nicht per se besser sein als das Original, macht aber verdammt viel Spaß. Die meisten Actionszenen lassen mich ja eher kalt, aber der Triple-T-Rex-Smackdown… Von Jacksons King Kong lasse ich mir gern drei Stunden meiner Zeit vertreiben. Es gibt so einiges, was an dem Film nicht stimmt, aber als überbordendes Gesamtpaket gefällt er mich durchaus.

Die letzte idiotische Komödie, ich verspreche es. Was mich an diesem Film reizt, kann ich gar nicht wirklich ergründen, schließlich ist er wirklich dumm, voller halbgarer Gags und Parodien und seine Existenz verdankt er auch nur der zu jener Zeit noch ungebrochenen Faszination vor allem des deutschen Publikums für Leslie Nielsen (der Titel deutet es bereits an). Und dennoch, irgendetwas an ihm lässt mich meine Vorbehalte gegen diese Art Filme vergessen. Besonders die Sequenz, in der Nielsen ein Auto kurzschließt sorgt bei mir immer wieder für Heiterkeit. Dieser Film ist für mich das größte Mysterium auf der Liste – warum, warum nur mag ich ihn? Er ist so verdammt doof…

Der letzte Kinosommer war angefüllt mit Enttäuschungen, von Star Trek – Into Darkness über World War Z bis zu Man of Steel. Pacific Rim hat unterdessen bewiesen, dass der große, laute, spaßige Sommerblockbuster noch nicht tot ist. Es mag an der souveränen Regie von Guillermo Del Toro liegen oder daran, dass bei Drehbuch und Gestaltung viel Wert auf stimmige Details gelegt wurde, aber der Film holt mehr Unterhaltungswert und Bombast aus seiner simplen „Roboter dreschen auf Monster ein“-Story, als es den Transformers-Filmen in bisher drei Beiträgen gelungen wäre. Pacific Rim hat es als einer der ganz wenigen Filme der letzten Jahre geschafft, dass ich mich wieder wie ein 12jähriger Kinogänger gefühlt habe. Auch was wert.

Ich bin ganz auf der Linie der meisten Star Trek-Fans, wenn ich Teil 2 als Besten und Teil 5 als schlechtesten Beitrag zur Kinoreihe ansehe (auch wenn letzter arge Konkurrenz von Der Aufstand hat). Aber der ziemlich mäßig aufgenommene und Opfer von viel Häme gewordene siebte Teil, der Übergang von Kirk-Zeiten zur Picard-Ära, gefällt mir deutlich besser als den meisten anderen Fans. So scheint es mir zumindest. Ich mag die gradlinige Story, die emotionalen Höhe (bzw. Tief-)punkte (ja, ich kann mich an die TV-Episode mit Picards Neffen erinnern und auch ja, ich werde vom Tod Kirks immer wieder etwas mitgenommen), die handgemachten Effekte und auch der Subplot mit Datas Emotionschip stört mich nicht arg. Einzig dieser Song über gescannte Lebensformen…

Tank Girl ist eine Comicverfilmung, bei der man den Comic getrost vergessen kann. Die gezeichneten Trips einer jungen Frau an der Seite von Kängurumutanten in einer Post-Apokalypse sind psychedelisch, vülgar – und nicht sonderlich witzig oder unterhaltsam. Der Film dagegen ist eine wilde Pulp-Phantasie in bester Groschenroman-Tradition, mit liebevollen Effekten, einem ständigen Augenzwinkern und einem beschwingten Soundtrack. Albern bis doof ist das alles, aber wenn Malcolm McDowell als Schurke voll auffährt und Rapper Ice-T als Kängurumensch auftritt, kann ich dem Film einfach nicht wirklich böse sein.

So, das waren meine 10 Filme, wie lauten eure? Ich bin gespannt und freue mich über jeden Teilnehmer!

Kommentare:

  1. An so etwas in der Art hatte ich schon einmal teilgenommen - bin trotzdem noch einmal dabei, wenn ich es zeitlich schaffe :)

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    1. Eine kurze Suche auf deiner Seite und ich hätte mir die Liste schenken können... *schäm* Okay, das war Anfang 2012, vielleicht war es an der Zeit für eine Neuauflage. Ich würde mich freuen, wenn du es schaffst. :-)

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  2. Das ist eine tolle Idee und ich würde auch gern teilnehmen :) Allerdings sind mir bisher gerade mal 4 Filme eingefallen :D Aber ich schau mal, dass ich die Liste vervollständige:)

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    1. Das würde mich freuen! Und bis zum 12.05. fallen dir bestimmt noch die fehlenden 6 Filme ein. Sowas bricht man ja auch nicht übers Knie. :-)

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    2. Bäm, geschafft: http://piecesofemotions.wordpress.com/2014/05/01/blogstockchen-10-guilty-pleasure-filme/

      Aber leicht peinlich ist es schon :D

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  3. Erste! http://ergothek.com/2014/05/01/blogparade-10-guilty-pleasure-filme/

    IndependenceDay mag ich auch. Das beste daran ist, dass Will das Alien mit einem Schlag ins Gesicht erledigt. Brüller. Mich hat damals der Sound so geflasht. Mein ersten Dolby Erlebnis!

    Tank Girl und Pacific Rim mag ich auch. :)

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    1. Vielen Dank fürs mitmachen! :-)

      Ja, die "Welcome to Earth"-Szene gehört wohl zu den Klassikern des "Guilty Pleasure"-Kinos. :-D

      Bei "Pacific Rim" habe ich ja das Gefühl, auf den kann sich fast die gesamte Kinogemeinschaft weltweit einigen... :-)

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  4. Tank Girl fand ich nun völlig beschi**** - den kann man getrost ganz weglassen ;)
    Jacksons Kong fand ich weitaus besser als das 76er Remake...

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    1. Da bin ich:
      http://wortman.wordpress.com/2014/05/01/blogstockchen-10-guilty-pleasure-filme/

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  5. So, nun bin ich auch mit meiner Liste am Start:

    http://moviescape.wordpress.com/2014/05/01/blogparade-10-guilty-pleasure-filme/

    Dürfte treuen Lesern nicht ganz unbekannt vorkommen... ;)

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    1. Das Relikt. Mano! Den wollte ich auch bei mir an erster Stelle platzieren... ;)

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  6. Werde mir auch mal ein paar Gedanken machen. Ich hoffe, ich komme auf 10 Filme :9

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  7. https://missbooleana.wordpress.com/2014/05/02/blogparade-10-guilty-pleasure-filme/ Es ist getan :D Hat viel Spaß gemacht.

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  8. Auch ich bekenne mich zu schuldigem Vergnügen:

    http://mwj2.wordpress.com/2014/05/02/blogparade-10-guilty-pleasure-filme/

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  9. Et Voilà http://thetelevisioner.wordpress.com/2014/05/04/10-guilty-pleasure-filme/

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  10. Einen aus deiner Liste hab ich in meiner auch dabei. Und der hat es wahrlich verdient. :) http://stepnwolf.wordpress.com/2014/05/06/blogparade-10-guilty-pleasure-filme/

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